Auf der Suche nach unserem Casale: Zwischen Traum, Bürokratie und Vision
Es begann mit einer Idee, die sich fast zu groß anfühlte, um sie laut auszusprechen: ein Education Resort in Italien. Ein Ort, an dem Lernen, Natur, Kreativität und Gemeinschaft ineinandergreifen. Ein mediterranes Office – nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein Lebensraum. Ein Ort wo du und die Welt zusammen kommen und das morgen gestalten wollen. Konzeption, Know-How und Erfahrung. Junges Wissen und Altes Wissen, Neugier und Weitblick.
Doch wie so oft liegt zwischen Vision und Realität ein weiter Weg, länger, intensiver und lehrreicher, als wir es je erwartet hätten. Unser erster Schritt: die Suche nach einem passenden Casale. Eine Suche, die uns nun schon seit über fünf Jahren begleitet, geprägt von Hoffnung, Rückschlägen, neuen Perspektiven und unzähligen Momenten des Zweifelns und Weitergehens.
Und genau auf diesem Weg wird uns immer wieder bewusst, wie entscheidend die Menschen sind, die uns begleiten. Mein Papa, Manfred Lührs, ist dabei weit mehr als nur ein Unterstützer. Mit seinem Weitblick erkennt er Möglichkeiten, wo wir manchmal nur Fragen sehen. Mit seinem Mut gibt er uns die Kraft, auch dann weiterzugehen, wenn der Weg unklar erscheint. Und mit seinem Erfahrungsschatz bringt er eine Ruhe und Klarheit in dieses Projekt, die uns immer wieder erdet.
Es sind genau diese Verbindungen, dieses Vertrauen und dieses gemeinsame Tragen der Vision, die aus einer Idee langsam Realität werden lassen.
Die Frage der richtigen Region
Italien ist kein einheitlicher Markt, jede Region fühlt sich an wie ein eigenes Land. Wir standen vor grundlegenden Fragen:
Wo finden wir die richtige Balance zwischen Natur, Erreichbarkeit und Preis?
Welche Region passt zu unserer Zielgruppe?
Wo ist langfristiges Wachstum möglich?
Die Toskana war naheliegend, wunderschön, etabliert, aber auch teuer und stark reguliert. Ligurien bot Nähe zum Meer, jedoch oft schwierige Topografie. Piemont wirkte plötzlich wie ein Geheimtipp: authentisch, noch erschwinglicher, mit wachsender internationaler Aufmerksamkeit. Und jetzt suchen wir in den Marchen und Abruzzen, Umbrien und Latium. Bald haben wir alle Regionen tief studiert.
Doch selbst innerhalb einer Region entscheidet oft das Detail: Mikro-Lage, Infrastruktur, Nachbarschaft, Zugang zu Flughäfen. Jeder Besuch vor Ort hat uns gelehrt, dass Fotos oft täuschen und dass Atmosphäre nicht messbar ist. Jedes Haus ihre Geschichten mit sich bringt und man Visionen haben muss um ein Projekt in einer bestehender Struktur zu visualisieren.
Die Realität der Genehmigungen
Was wir unterschätzt haben: die Komplexität der italienischen Bürokratie.
Ein Casale ist selten „einfach nur eine Immobilie“. Oft handelt es sich um historische Gebäude mit Auflagen. Nutzungsänderungen, Renovierungen, touristische Konzepte all das braucht Genehmigungen. Und jede Gemeinde, jede Behörde scheint ihre eigenen Regeln zu haben.
Fragen, die plötzlich zentral wurden:
Darf das Gebäude überhaupt gewerblich genutzt werden?
Welche Renovierungen sind erlaubt und welche nicht?
Wie lange dauern Genehmigungsprozesse wirklich?
Wir haben gelernt, dass Geduld keine Tugend, sondern eine Voraussetzung ist. Und dass lokale Partner, Architekten, Geometer, Anwälte unverzichtbar sind.
Die Suche nach Investoren
Parallel zur Immobiliensuche läuft eine zweite, ebenso herausfordernde Reise: die Finanzierung.
Ein Education Resort ist kein klassisches Immobilienprojekt. Es ist eine Mischung aus Hospitality, Bildung und Community. Für viele Investoren schwer einzuordnen und damit auch schwer zu bewerten.
Wir mussten unsere Vision übersetzen:
Nicht nur Emotion, sondern Zahlen.
Nicht nur Traum, sondern Strategie.
Nicht nur Idee, sondern ein belastbares Geschäftsmodell.
Die Gespräche sind intensiv. Manche sahen sofort das Potenzial. Andere zögerten. Wieder andere wollten schnelle Renditen, die nicht zu unserer langfristigen Vision passten. Was wir daraus gelernt haben: Die richtigen Investoren zu finden bedeutet auch, Nein zu sagen. Und so sind wir noch auf der Suche nach kleinen weiteren Partnern die Know-How mitbringen und Lust haben auf unsere Idee.
Warum wir weitermachen
Trotz aller Herausforderungen oder vielleicht gerade deswegen, fühlen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jeder besichtigte Hof, jedes Gespräch mit einer Gemeinde, jedes Feedback von potenziellen Partnern bringt uns näher an ein klareres Bild.
Unser Ziel ist mehr als nur ein Ort.
Es ist ein Raum für neue Formen des Arbeitens und Lernens – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich vor Ort vernetzen, Wissen teilen, voneinander lernen und ihr Know-how bündeln, um Ideen in die Realität umzusetzen. Ein Ort, der inspiriert, neue Perspektiven eröffnet und echte Verbindungen schafft.
Das mediterrane Office ist kein fertiges Konzept. Es wächst mit jedem Schritt, den wir gehen.
Und vielleicht ist genau das der Kern dieser Reise:
Nicht nur ein Ziel zu erreichen, sondern unterwegs etwas aufzubauen, das größer ist als der ursprüngliche Plan.
Mittlerweile haben wir Anfragen für Kooperationen, Menschen die diese Idee nutzen wollen, Unternehmen die jetzt schon warten das wir uns endlich etablieren…auch wir können gar nicht erwarten endlich anzufangen. Wir bleiben dran!
Wir suchen weiter. Nach dem richtigen Casale.
Nach den richtigen Menschen.
Und nach der Form, die unsere Vision am Ende annehmen wird.










