ULRIKE GOTTSCHAU

JUST SWAP IT. Nachhaltige Bambus Becher.

Wo bist du geboren und aufgewachsen?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Dresden. Seit 2000 lebe ich allerdings in Berlin.

Wann und wie bist du auf wiederverwendbare Tassen gekommen?

Durch Beobachtung. Das liegt mittlerweile schon ein paar Jahre zurück. Ende 2014 hat das Thema durch eine doch recht alltägliche Situation meine Aufmerksamkeit erweckt: Beim Vorbeigehen an einem Café habe ich beobachtet, wie Menschen mit Pappbechern direkt vor dem Café saßen und ihren Kaffee tranken. Aus Pappbechern! Sie nutzten den noch nicht einmal, um sich gleich auf ihren Weg zu machen, sondern sie blieben einfach direkt davor sitzen und tranken ihren Kaffee. Genauso gut hätten sie auch die Becher des Cafés nutzen können. Die ganze Szenerie kam mir einfach nur absurd vor!

Was war dein Karriereweg zu Ihrem Standort?

Hm, was soll ich sagen? Ausprobieren, weitergehen und einen langen Atem haben. Das Thema mit der Nachhaltigen To-Go-Konsum hat mich einfach nicht losgelassen. Jetzt ist es die Idee, aus einem einfachen Mehrwegbecher eine Fläche für Künstler zu machen. Das möchte ich derzeit mit unserer Reihe special edition realisieren. Hier wird ein alltäglichen Gebrauchsgegenstand zu einem besonderen Lifestyle-Produkt, welches nachhaltig und zudem für eine soziales Engagement Flagge zeigt.

Was macht aus deiner Sicht Ihre Tassen so besonders?

Das Design haben wir absichtlich an die Form eines ganz normalen Einwegbechers angelehnt. Wir wollten die Stapelbarkeit und das einfache Säubern in der Spülmaschine gewährleisten. Worin wir uns unterscheiden ist, dass das Volumen sich nicht an die Standardwerte hält. Wir haben damals Baristas nach der optimalen Volumen für den oft verkauften Cappuccino gefragt. So ist unser kleines Modell mit 210ml Gesamtvolumen entstanden. Hier kann der Barista die optimierten Verhältnisse seine Kaffeekreation ganz einfach bis 180ml Füllh.he in den Becher gießen, ohne die optimierten Verhältnisse zwischen Kaffee und Milch zu verwischen oder dem Kunden einen halbleeren Becher anbieten zu müssen. Unsere Becher bestehen zum größten Teil aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Bambus und Mais. Das haptische Erlebnis beim Anfassen erinnert an die Oberfläche einer Eierschale. Uns ist bewusst, dass die Kunstharze, die zur Stabilisierung eingesetzt werden müssen, ein gesundheitliches Bedenken erwecken können. Also haben wir das Material gleich zu Beginn durch ein unabhängiges deutsches Speziallabor für Lebensmittelsicherheiauf Schadstoffe untersuchen lassen. Erfolgreich 🙂

Erzähle uns die Geschichte hinter deiner Marke und Ihrem Namen „JSI“.

Kurz und gut. JUST SWAP IT. will sagen – tausche den Einwegbecher gegen einen nachhaltigen Mehrwegbecher, tausche Achtlosigkeit in nachhaltiges Konsumverhalten.

Was ist deine allgemeine Philosophie?

Ich folge meiner Intuition. Vieles was praktisch ist, ist nicht nachhaltig. Inspiration für ästhetische und schöne Produkte finde ich nur in der Natur. Expansion und Wachstum muss nicht die einzige Messlatte für ein erfolgreiches Unternehmen sein.

Was ist Ihre größte Herausforderung als Produzent für Sie?

Wir haben relativ kleine Lager und dann sind die langen Lieferzeiten von unserem Produzenten zu uns oft unsere größte Hürde.

Was ist dein Lieblingscafé in Berlin?

Je nachdem wo ich mich befinde und welche Laune ich habe. Ich probiere gern aus. Dabei ist mein Indikator eigentlich immer, ob der Filterkaffee oder der Cappuccino gut ist oder nicht.

Wie verbringst du deine freien Tage?

Mit meiner Familie oder Freunden. Gern auch mal allein.

Was würden die Leute überraschen, wenn sie etwas über dich wissen würden?

Ich habe ein one-woman-Unternehmen. Das Einzige was ich zum Arbeiten brauche, ist mein Laptop und mein Netzwerk. Außerdem trinke ich meinen Kaffee am liebsten mit Ruhe und im sitzen aus einer schönen Keramiktasse. Ich bin wirklich so etwas wie eine Tassen-Fetischistin 😄

Was würdest du tun, wenn du nicht deinen Lebensunterhalt mit Tassen verdienen würdest?

Ich würde mehr mit Farben, Oberflächenstrukturen und Licht arbeiten wollen. Also so etwas wie Innenarchitektin sein.

Wie definierst du Erfolg?

Ich brauche kein großes Unternehmen, um mich erfolgreich zu fühlen. JSI war nie auf Expansion aus. Ich wollte immer unabhängig und frei meinen Weg gehen können. Das schließt eben auch ein, zu bestimmten Sachen Nein zu sagen und dafür mehr Zeit für Dinge außerhalb der Arbeit haben zu können. Dass ich mit meiner Arbeit, etwas für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen dieser Welt beitrage, ist sehr befriedigend. Das ist Luxus für mich.

Worüber sollten wir bewusster sein?

Dass wir unsere Realität selber erschaffen. Ich habe immer die Wahl eine Perspektive anzupassen und mir so neue Handlungsspielräume zu erschaffen. Unser inneres Universum ist ein Teil dessen was wir letztendlich im Außen erfahren können.

Wie denkst du kann die Welt ein besserer Ort sein?

Wenn wir unsere Augen und unser Herz öffnen, werden wir sehen und fühlen was uns wirklich berührt und was wichtig ist. Wir dürfen mit Dankbarkeit und Liebe viel grosszügiger umgehen. Das sind ja Gefühle, die aus einem unendlichen Quell sprudeln können, hat man diese Quelle erst einmal in sich gefunden.

JSI SPECIAL EDITION

Erzähle uns mehr über dein Projekt und warum wir uns dessen bewusst seinsollten!

Ich finde es sehr spannend, wie sich so ein einfacher Alltagsgegenstand zur Projektionsfläche wird. Es gibt ja relativ viele Beschränkungen für den Künstler. Die Druckfläche ist begrenzt, sie/er kann nur mit einer Farbe gestalten, darf nicht zu filigran werden. Diese Reduzierung bringt interessante Ergebnisse hervor. Wir koppeln den Verkauf der aktuellen special edition no.2 – Jo an eine Spende für einen gemeinnützigen sozialen Verein. Das wollen wir auch mit den kommenden Special Edition Auflagen tun. Ich möchte, dass sich der Mensch, der sich einen unserer Becher kauft etwas damit verbindet und ihn oft und gern nutzt. Denn nur ein Mehrwegbecher, der gern und oft eingesetzt wird, ist ein sinnvoller Mehrwegbecher. Ich wünsche mir ein Umdenken und eine Bewusstheit, in der Art wie wir konsumieren und wie wir damit alle einen Beitrag leisten können.

Was ist dein Lebensmotto?

Neugierig bleiben und staunend durch das Leben gehen.

Möchtest du etwas mit uns teilen, wolltest du jemals sagen und hatten nie die Möglichkeit?

Die Vorstellung, dass es verschiedene parallele Realitäten gibt, finde ich sehr interessant. Welche wir erleben, könnte durch unsere innere Einstellung und unsere Entscheidung beeinflusst werden.

Danke <3

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